Jeffreys Bay liegt in Kuala Lumpur?
Wir sitzen unter Deck unseres Traumschiffes vor Bali und bei den Gedanken an unsere Heimreise fallen die Worte Stopover Kuala Lumpur. "You ken ketch sam gret wefs ova ther, mei frends!" kommentiert unser balinesischer Surfguide Nady aus Borneo.
Wenige Stunden später drangsaliere ich schon die Rezeption unseres Hotels in Kuala Lumpur bezüglich Lage, Öffnungszeiten und Reservierungen vom Freizeitpark SUNWAY LAGOON. Worlds Biggest Wavepool – wir droppen gleich rein.
3 Wochen haben wir auf dem Seeweg um Bali, Lombok und Sumbawa nach der perfekten Welle gesucht. Jetzt ist sie in nur 10 Minuten Taxifahrt für uns zu erreichen.
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Um die künstliche Bucht unserer künstlichen Welle in der künstlichen Natur zu erreichen, müssen wir uns erstmal durch das Wirrwarr einer gigantischen Shopping Mall mit Schlittschuhbahn schlagen. Nachdem wir uns mit einer Tageskarte Eintritt in diesen disneylandartigen Freizeitpark verschafft haben suchen wir hektisch den Spot. Wir wissen, das keine Reservierungen angenommen werden und so der frühe Surfer die Welle fängt. Wir folgen der Ausschilderung zu "Jeffreys Bay" und melden uns an einer kleinen Rezeption an. Mit einem Softboard versorgt, geht es ab ins Schwimmbad.


Maximal zehn Surfer werden ein mal pro Tag für eine Stunde auf die Welle geschickt. Wir sind drei der zehn und fragen die Lifeguards nach dem Peak. Plötzlich macht es tuuuuuuut, irgendeine große Maschine grummelt und es schiebt uns aus dem Nichts eine schulterhohe Welle an. Läuft natürlich erstmal unter uns durch. Uns wird aber schnell klar wo der Peak ist und das die anderen tatsächlich noch schlechter surfen als wir.




Die Sets bestehen aus einer einzelnen Welle und wiederholen sich auf die Sekunde genau nach 3 Minuten. Ebenso unsere euphorischen Ausbrüche. Es ist eine Linke die wir über 100 m bis in den knöchelhohen Shorebreak ausreiten. Keine der restlichen 19 Wellen wird von uns verschont. Gegen Ende des rechteckigen Startbeckens bauen sich die Wellen durch eine Reflektion richtig steil auf und werfen eine kleine Lippe. Die riskieren wir dicht nebeneinander, was nicht selten in einer Massenkarambolage mit Gelächter endet.

Das Chlorwasser, Kachelboden, aufreihen im Line up und vor allem Teilen der exakt identischen einrollenden Welle sind ein ganz besonderes Erlebnis. Wir fühlen uns wie Teenies und können gar nicht glauben was mit uns passiert. Irgendwie vergessen wir, das die Sonne garnicht künstlich ist und glühen nach der wie im Flug vergangenen Session wie Krebse.

Weil zur Zeit Schulferien sind, bricht die Welle ein weiteres mal an diesem Tag für eine Stunde. Natürlich nicht ohne uns.
Stephan, Bernhard und Christopher
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